Aus derselben Charge kaufen: warum Nachkaufen Farbunterschiede bringt
Fehlt am Ende ein Paket, passt das nachbestellte oft nicht mehr zum verlegten Boden. Diese Anleitung zeigt, woran das liegt, wie Sie es vermeiden und wie viel Reserve Sie gleich mitbestellen.
Pakete im Verlegeplaner zählen →Fliesen, Laminat, Vinyl und Parkett werden in Produktionsläufen hergestellt, und jeder Lauf trägt eine eigene Nummer, die Charge. Innerhalb einer Charge sind Farbton, Glanz und Maße so gleichmäßig, wie der Hersteller es kann; zwischen zwei Chargen weichen sie oft sichtbar voneinander ab. Solange alles aus einer Lieferung stammt, merken Sie davon nichts. Ärgerlich wird es, wenn mitten im Verlegen zwei Pakete fehlen oder nach drei Jahren eine Fliese springt und der Händler nur noch eine neue Charge hat: Das nachgekaufte Stück sitzt dann als heller oder dunkler Fleck im Boden. Diese Anleitung erklärt, warum sich Chargen unterscheiden, wie Sie auf dem Etikett erkennen, ob alles zusammenpasst, wie viel Reserve Sie mitbestellen und was Sie tun, wenn die Charge trotzdem nicht reicht.
Warum sich zwei Chargen unterscheiden
Bei Fliesen schwanken von Lauf zu Lauf die Rohstoffe, die Glasur und die Brenntemperatur im Ofen. Das verschiebt den Farbton und, weil die Fliese beim Brennen schwindet, auch das genaue Maß. Hersteller sortieren deshalb nach Farbton und Kaliber und drucken beides neben der Chargennummer auf den Karton. Fliesen verschiedenen Kalibers lassen sich nicht in einer Fläche mit gleichmäßiger Fuge verlegen, selbst wenn der Farbton passt.
Bei Laminat und Vinyl wird das Dekor gedruckt; Druckfarbe, Papier und Oberfläche ändern sich zwischen zwei Läufen leicht, und bei Holzdekoren fällt das an der Maserung besonders auf. Parkett ist ein Naturprodukt, dessen Holz je Lieferung aus anderen Stämmen stammt, und Öl oder Lack kommen ebenfalls aus Chargen. Hinzu kommt das Altern: Holz und viele Vinylböden verändern ihren Farbton unter Licht. Selbst ein Reservepaket aus derselben Charge sieht nach Jahren frischer aus als der verlegte Boden; für Reparaturen in der Mitte eines Raums ist es dennoch die beste Wahl.
Wie viel Reserve sinnvoll ist
Zuerst kommt die genaue Menge. Der Verlegeplaner legt jedes Stück in Ihren Grundriss, zählt die Zuschnitte mit und rundet auf ganze Pakete. In unserer Galerie mit Beispielplänen brauchte ein Wohnzimmer von 5 × 4 m mit Laminat 1380 × 190 mm im Drittelverband 77 Dielen; zehn Pakete zu acht Dielen ergeben 80, drei Dielen bleiben also schon durch das Aufrunden übrig. Ein kleines Bad von 2,2 × 1,8 m mit Fliesen 60 × 60 cm brauchte dagegen 12 Fliesen, genau drei Pakete zu vier, und es bleibt keine einzige übrig.
Diese Menge deckt das Verlegen, aber keinen Bruch beim Schneiden und keine spätere Reparatur. Bestellen Sie deshalb je Belag mindestens ein ungeöffnetes Paket zusätzlich aus derselben Charge und bewahren Sie es auf. Bei Fliesen, die sich schwer schneiden lassen, oder bei Mustern mit vielen Schnitten darf es ein zweites sein. Fragen Sie vor der Bestellung, ob der Händler ungeöffnete Pakete zurücknimmt; dann kostet die Reserve im besten Fall nichts.
Wenn die Charge trotzdem nicht reicht
Ist die Charge ausverkauft, mischen Sie die neue Charge nicht in dieselbe Fläche. Legen Sie sie in einen eigenen Raum oder hinter einen Übergang an der Tür, wo eine Profilschiene ohnehin eine Grenze zieht. Lässt sich das nicht vermeiden, verlegen Sie die neue Charge an Stellen, die später Möbel verdecken, etwa unter Schrank oder Bett.
Bei einer Reparatur in der Raummitte lohnt ein Tausch: Nehmen Sie eine Diele oder Fliese unter einem Möbel heraus, die im Licht genauso gealtert ist, setzen Sie sie an der sichtbaren Stelle ein und das neue Stück unter das Möbel.
In 6 Schritten genug aus einer Charge kaufen
Alle Räume mit demselben Belag zählen
Legen Sie jeden Raum, der denselben Boden bekommt, im Verlegeplaner aus und addieren Sie die Pakete. Wer Raum für Raum bestellt, bekommt fast sicher zwei Chargen.
Reserve aufschlagen und auf einmal bestellen
Schlagen Sie je Belag mindestens ein ungeöffnetes Paket auf und bestellen Sie die gesamte Menge in einer einzigen Bestellung. Fragen Sie nach, ob die Lieferung aus einer Charge kommt.
Etiketten bei der Lieferung prüfen
Vergleichen Sie vor dem Öffnen die Chargennummer auf jedem Paket, bei Fliesen auch Farbton und Kaliber. Sind zwei Chargen dabei, lassen Sie die abweichenden Pakete umtauschen, bevor Sie das erste verlegen.
Etikett fotografieren und notieren
Fotografieren Sie ein Etikett mit Produktname, Dekor, Chargennummer und Kaliber. Mit diesen Angaben fragt der Händler später gezielt nach Restbeständen derselben Charge.
Beim Verlegen aus mehreren Paketen mischen
Öffnen Sie drei bis vier Pakete gleichzeitig und nehmen Sie die Stücke abwechselnd heraus. Kleine Unterschiede innerhalb der Charge verteilen sich so über den ganzen Raum.
Reserve richtig lagern
Lagern Sie das ungeöffnete Reservepaket liegend, trocken und bei Zimmertemperatur, nicht im feuchten Keller oder in der Garage. Bei Holz und Klickböden verhindert das Verzug, der das Einsetzen später erschwert.
Häufige Fragen
- Wie viel Reserve sollte ich beim Bodenbelag kaufen?
- Mindestens ein ungeöffnetes Paket je Belag zusätzlich zur gezählten Menge, bei schwer zu schneidenden Fliesen oder vielen Schnitten zwei. Die gezählte Menge selbst enthält bereits den Verschnitt durch die Zuschnitte.
- Woran erkenne ich die Charge auf dem Paket?
- Am Etikett: Dort steht eine Chargen- oder Produktionsnummer, bei Fliesen zusätzlich Farbton und Kaliber. Alle Pakete einer Fläche sollten in allen drei Angaben übereinstimmen.
- Zählt der Verlegeplaner die Reserve mit?
- Nein. Er zählt jedes verlegte Stück samt Zuschnitten und rundet auf ganze Pakete. Die Reserve für Bruch und spätere Reparaturen schlagen Sie selbst auf.
- Was tun, wenn die Charge ausverkauft ist?
- Verlegen Sie die neue Charge nicht in dieselbe Fläche, sondern in einen eigenen Raum, hinter einen Übergang an der Tür oder unter Möbel. Ein Händler kann mit der Chargennummer oft noch Restbestände bei anderen Filialen oder beim Hersteller finden.
Die genaue Paketzahl vor der Bestellung kennen
Der Button öffnet den kostenlosen Verlegeplaner mit einem Wohnzimmer von 5 × 4 m und Laminatdielen 1380 × 190 mm im Drittelverband, demselben Raum wie im Beispielplan. Tragen Sie Ihre Maße ein: Der Planer legt jede Diele, zählt die Zuschnitte und nennt die Pakete. Darauf schlagen Sie Ihre Reserve auf und bestellen alles auf einmal.
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